Mit Blick auf die Zukunft


Obwohl die Unternehmen die Notwendigkeit der Innovation und der weiteren Digitalisierung beteuern, sei es derzeit wichtiger, dass die Geschäfte am Laufen bleiben, weil Corona-Krise. Eine normales menschliche Verhaltensmuster. Was wäre, wenn die Annahme falsch wäre?

Jedes Unternehmen ist so lange erfolgreich … bis es eines Tages plötzlich keinen Erfolg mehr hat. Das klingt trivial, wie eine Banalität, aber wenn man sich anschaut, mit welcher Verblüffung das Topmanagement in so manchem Unternehmen reagiert, wenn sich der Wind in ihrer Branche dreht, oder wenn kein Wind mehr da ist, dann scheint das eine grundlegend wichtige Erkenntnis zu sein.

Was kennzeichnet ein Unternehmer? Sie werden sofort der Unternehmer assoziieren mit: Zukunftsorientierung, mit einer positiven Einstellung. Er entwickelt Wachstum. Er ist ein Innovator, eine Quelle von neue Geschäftsideen. Er nimmt (kalkulierte) Risiken. Ein Unternehmer ist eine Person, die neue Geschäfte kreiert, die Kapital und Arbeit zusammenbringt um Produkte und Dienste zu produzieren. Unternehmer sind Treiber der Wirtschaft, Wachstum und Innovation. Schumpeter nannte Unternehmer – nicht die Unternehmen – verantwortlich für die Suche nach Neuigkeiten (Innovation). Kirzner definierte Unternehmertum als ein Prozess, das zu zukünftige Erneuerung führt. Kurzum, Unternehmer und unternehmen sind Synonym mit Zukunftsorientierung und Innovation.

Und jetzt denken Sie: „Ja aber, …..
Wir müssen erst mal diese Corona-Krise überstehen. Wir müssen überleben, sonst haben wir sowieso keine Zukunft. Wir nehmen keine Risiken. Innovation, Zukunftsdenken nur dann, wenn es dazu Budgets gäbe. Wir richten uns auf unsere Tagesgeschäfte."

Psychologisch ist dieses Verhalten einfach zu erklären. Wenn Gefahr droht, greifen wir Menschen zurück auf unser Reptiliengehirn. Dieses Gehirn gibt uns drei Überlebensstrategien: kämpfen, flüchten oder erstarren. Da auch Manager ganz normale Menschen sind, tun sie das Gleiche; sie unternehmen oder sie fokussieren sich auf das vorher erfolgreiche Geschäftsmodell. Oder sie erstarren, hoffen nur auf Besserung, starren wie ein Kaninchen in die Scheinwerfer.
Ich brauche Ihnen nicht die Geschichte Kodaks zu erzählen. Oder die Musikindustrie, Nokia, AOL, Loewe, das Verfall des stationären Einzelhandels, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Nur einige der viele Beispiele von Firmen und Unternehmen, die sich auf das bestehende und vorher erfolgreiche Geschäftsmodell, bzw. auf das Tagesgeschäft fokussierten. Eine gefährliche Haltung. Aber irgendwie auch typisch.

Gary Hamel hatte einmal vier Phasen der Verleugnung beschrieben:
Phase 1: Ignoranz. Beunruhigende Entwicklungen werden entweder als bedeutungslos oder nicht plausibel bezeichnet.
Phase 2: Abwiegeln. Fortschreitend bedrohliche Entwicklungen werden als Ausnahmen von der Regel und vorübergehende Phänomene rationalisiert.
Phase 3: Zurückweichen. Widerwillig werden erste defensive Maßnahmen behäbig in Gang gesetzt.
Phase 4: Höchste Not. Gezwungenermaßen setzt man sich mit der Realität auseinander und muss Konsequenzen ziehen.

„Ja, ja, schon interessant, aber das ist ja Theorie. Was weiß ein Harvard Professor von der Krisensituation, in der wir momentan stecken? Wir werden unser Geschäftsmodell jetzt nicht aus den Angeln heben …“

Hauptmerkmale einer Krise sind nach Anthony J. Wiener und Herman Kahn eine dringende Notwendigkeit von Handlungsentscheidungen, ein durch die Entscheider wahrgenommenes Gefühl der Bedrohung, ein Anstieg an Unsicherheit, Dringlichkeit und Zeitdruck und das Gefühl, das Ergebnis sei von prägendem Einfluss auf die Zukunft.
Eine Krise ist ein Wendepunkt. Ob Covid-19 die Zukunftsunsicherheit fördert oder ein dahergelaufener Quereinsteiger oder unternehmerischer No-Name ihrem Unternehmen die Butter vom Brot nimmt. Tatsache ist, die Entscheider erscheinen oft völlig überrascht. – Ich habe ihnen schon an die Musikindustrie, Nokia, AOL, Kodak, Loewe, die stationären Einzelhandels erinnert. – Und dann sind ihre Reaktionen auf den plötzlichen Marktdruck meistens unpassend: Das existierende Geschäftsmodell wird viel zu spät und viel zu oberflächlich erneuert. Denn es kann doch schließlich nicht sein, was nicht sein darf! … Ist aber.

Diese allzu menschliche Verhaltensmuster zeigen übrigens nicht nur Unternehmen und Führungskräfte, sondern sie gelten für jeden Menschen und jede Karriere. Der Mensch sieht nur, was er sehen will und was seinen Glauben untermauert. Wenn die Geschehnisse mit seinen Erwartungen übereinstimmen, fühlt er sich bestätigt. Den Rest blendet er aus. So auch in dieser Covid-Krise.

Das bedeutet umgekehrt: Je weniger Sie glauben, desto mehr hinterfragen Sie. Und desto passender können Sie auf die Realität reagieren. Genau das ist das einzige Heilmittel gegen das verblüffte Gesicht angesichts großer Veränderungen: Neugier, Querdenken, bzw. eine konsequent ketzerische Grundhaltung.

Wenn Sie aufhören in die Zukunft zu denken, werden Sie keine Zukunft haben. Wenn Sie aufhören neue Möglichkeiten zu forschen und auszuprobieren, damit neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, werden Sie keine Zukunft mehr haben. Nicht von wegen Covid-19 und die Covid-Maßnahmen vergeht der Erfolg, aber von wegen die Grundhaltung der Ausschau in die Zukunft.
Aus dieser Sicht bleiben Sie unternehmerisch. Es ist Ihre Zukunft.

Klaas Meekma

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