Folgen der Mantras, wer wegsieht, ist blind

Wenn wir eine Meinung haben und alle andere Meinungen ablehnen, was denn? Wir lehnen andere Studien, Untersuchungen, sogar fundierte Beweise ab. Hört sich nicht all zu intelligent an? Doch wir machen es, immer wieder; COVID-19 (Corona), Klimamaßnahmen, Management.

Die existentiellen Dilemmata der Gegenwart: Alle sollen drei Monate oder „as long as it takes“ zu Hause bleiben! Wer das fordert, ruiniert das Land. Wenn wir alles stoppen, verlieren unglaublich viele Selbstständige ihre Existenz und ihre Vorsorge fürs Alter; es gibt Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit. Unternehmen müssen mit Krediten am Tropf gehalten werden, an deren Abzahlung sie jahrelang leiden werden, oder machen Pleite.
Wer aber zu wenig zum Schutz unternimmt, tötet. Wenn wir alles frei laufen lassen, sterben viele, besonders viele Ältere mit Vorerkrankung.

Was tun wir? Unsere Gesellschaft trudelt leider allzu oft in eine Art kurioses Gleichgewicht, in dem sich niemand eines Fehlers bezichtigen lassen muss. Wahre Verantwortung entscheidet aber nach bestem Wissen und Gewissen.

In meinem ersten Management-Team Meeting machte ich die Erfahrung, wie es funktioniert. Ich war der neue, begeisterte Marketing und Sales Manager, voll motiviert. Mein erster Arbeitstag, das erste Management Meeting. - Sie erinnern vielleicht selbst wie das einmal war? - Ein bestimmtes Thema, womit ich schon mehrmals zu tun hatte, ein meiner Meinung nach nicht optimalen Ansatz. Ich sagte einiges, „.. könnten einmal….. Dinge anders zu betrachten, anders zu bewerten und alternative Lösungen zu finden.“ Ich würde unterbrochen. Der Geschäftsführer: „Nein, wir können es auch einmal NICHT anders betrachten. Wir haben einen Blickwinkel, der richtige“.

Stellen Sie sich vor, es wäre so, dass Sie glauben an was ich glaube, und wir akzeptieren kein anderes Glauben? So entsteht ein „Denkmodus, den Personen verwenden, wenn das Streben nach Einmütigkeit in einer kohäsiven Gruppe derart dominant wird, dass es dahin tendiert, die realistische Abschätzung von Handlungsalternativen außer Kraft zu setzen. Daraus können Situationen entstehen, bei denen die Gruppe Handlungen oder Kompromissen zustimmt, die jedes einzelne Gruppenmitglied unter anderen Umständen ablehnen würde“, so Wikipedia. Folge: die Gefahr des Gruppendenkens.

Stellen Sie sich einmal vor, dass wir allen glauben, dass die Erde kein bewegter Planet ist, sondern ruht. Dieses entspricht der unmittelbaren Wahrnehmung der Bewegungen der Gestirne, also es muss ja stimmen. Dies hat zur Folge, dass um die Erde sich Sonne, Mond, Planeten und Fixsterne drehen, seit der Antike das vorherrschende geozentrische Weltbild.
Dieses Weltbild ist das Mantra.
Ihr Name ist Galileo Galilei, Sie sind der Meinung, es stimmt nicht. Sie haben Studien aus der ganzen Welt, zahlreiche Untersuchungsberichte gelesen und Sie haben in dieser geozentrische Theorie einige Unregelmäßigkeiten festgestellt. Es gibt Studien von Aristoteles und Aryabahta, aber auch Georg von Peuerbach und Regiomontanus äußerten vorsichtige Zweifel an der Richtigkeit des geozentrisches Weltbildes. Für Galilei war es offensichtlich, dass seine astronomischen Beobachtungen das heliozentrische Weltbild des Nikolaus Kopernikus stützten. Dieses Weltbild wurde von Johannes Kepler über Modelle mit mathematische Präzisierung plausibilisiert.
Auf Basis all das Sie gelesen und überdacht haben, behaupten Sie, vielleicht wäre es sinnvoll, diese heliozentrische Theorie mal zu überprüfen. Leider, das einzig akzeptierte Wissenschaftszentrum in Rom, der Vatikan hat dazu eine andere Meinung. Dass die Erde nicht im Zentrum stehe und darüber hinaus selbst in Bewegung sei, ist nicht annehmbar. Ihr Vorschlag, mal objektiv die Alternative zu überdenken, stand aber schon bei seiner Entstehung im Konflikt mit den akzeptierten Vorstellungen von der Rolle des Menschen und seinem Ort im Universum. Deswegen passiert nichts. Mit Arroganz werden Sie als Idiot benannt, eine Gefahr für die Gesellschaft.

Was halten Sie von dieses starres Festhalten des Mantra der geozentrischen Weltbildes?
Mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit sind Sie die Meinung, mit dem Wissen von heute, ist es sinnvoll die andere Theorien und Thesen zu untersuchen. Vielleicht lernen wir allen daraus.

Es gibt heutzutage ein ähnliches Mantras und Verhalten. So müssen wir 1,5 Meter Abstand halten voneinander, im Ellenbogen niesen, 20 oder 30 Sekunden Händen waschen, uns zu Hause einsperren und für den 2. Welle aufpassen. Das sind die Mantras der WHO, RIVM, und andere Gesundheitsinstanzen. Die Basis unseres Lockdowns und Einsperrungen: „Droplet Transmission“ und „Fomites Transmission“.

Wenn wir mal die Daten verschiedene Untersuchungen anschauen, zeigt sich einige bemerkenswerten Zusammenhänge. So zeigt sich, dass das COVID-19 Verbreitungsmuster gleichartig ist als das Influenza Verbreitungsmuster. Auf 30 Grad nördliche Breite, gibt es ein Zeitpunkt des Peaks. In der Rest der Welt zeigt sich ein diffuses Patron.
Gute COVID-19 Konditionen sind Aufenthalt in geschlossen Räume mit größeren Gruppen und schreien – manche nennen dieses Schreien auch singen – Karneval, Kirchen, Chöre/Gesangvereine), Jubiläumsfeste, Après-Ski, usw. - das sind die sogenannte Super Spread Events -, geringe Luftfeuchtigkeit (konditionierte Raumbedingungen, Klima und Luftanlagen). Vielleicht könnte es sein, dass der Hauptgrund der Verbreitung des Virus von Aerosols kommt.
In Familien mit einer infizierter Person, werden die Partner, Kinder, falls gesund kaum infiziert, obwohl sie die 1,5 Meter Vorschrift, Mundschutz, Hände waschen usw. nicht einhalten.
Untersuchungen von Homeland Security zeigt , dass das Virus schlecht konditioniert bei höhere Temperaturen, höhere Luftfeuchtigkeit in Zusammenhang mit Sonne. Gute Konditionen für das Virus, damit schlecht für uns sind klimatisierte Räume, niedrige Luftfeuchtigkeit und geringe Luftbewegung bzw. natürliche Ventilation.

Stellen Sie mal vor es gibt 2 Thesen, sowie früher das Geozentrisches vs. Heliozentrisches Weltbild: Die Erste These ist das Mantra der anderthalb Meter Gesellschaft der WHO, von fast alle Regierungen übernommen, und Sie entscheiden den Lockdown der Gesellschaft und der Ökonomie.
Die zweite These ist, dass Aerosols bei der explosiven Verbreitung innen entscheidend sind, deswegen nehmen Sie adäquate Maßnahmen in Laden, Büros, Schulen, Krankenhäuser, Häuser, Schiffe, Kirchen, Restaurants, Kneipen usw. durch Anpassungen womit eine Luftfeuchtigkeit höher als 6 g/Kg gewährleistet wird, und eine gute (natürliche) Ventilation?

Es könnte doch so sein? Ich meine, es gibt zahlreiche Untersuchungen. Es könnte sein, dass Untersuchung der COVID-19 Verbreitung viel einfacher ist als Influenza, weil einfach es noch keine oder kaum Leute gibt mit Immunität, sowie bei der Grippe. Dann wäre es doch denkbar, dass wir untersuchen, testen, und versuchen „viable solutions“ zu entdecken. Weil, es ist ja doch äußerst notwendig schnellstens die Gesellschaft und Wirtschaft lähmende Maßnahmen wegzunehmen?

Die Frage ist nur warum machen wir das nicht? Warum ist es so, dass wir so festhalten an die Maßnahmen der ersten Stunden und sogar alle Untersuchungen, welche nicht das Mantra der „anderthalb Meter Gesellschaft“ entsprechen, anscheinend abweisen? Das hört sich doch an wie Galileo und der Vatikan?

Bitte, verstehen Sie mich richtig, ich behaupte nicht, dass „Social Distancing“ nicht wirksam ist, oder, dass das Virus und alle schon existierenden und kommenden Virusmutationen nicht gefährlich sind. Ich will gar nicht behaupten, dass die Maßnahmen am Anfang nicht richtig bzw. nicht effektiv waren.
Mir geht es nur darum, dass das Festhalten an Mantras und vorab ohne überlegen abweisen von aller Alternativen und neue Kenntnisse, nur weil es nicht die vorherrschende Meinung entspricht, möglicherweise zu gruppendenken führt. Uns hat die Geschichte doch gelernt was aus Gruppendenken entstehen kann? - Oder lernen wir nie, bzw. wir wollen nicht lernen bzw. wir wollen nicht.- Oder……?

Die kollektive Antwort der Politiker scheint derzeit zu sein: Niemand darf sterben, weil er wegen einer Überlastung des Gesundheitssystems nicht angemessen behandelt werden kann. Das wollen wir nicht. Und weiter? Es dürfen sich nur so viele neu anstecken, wie das Gesundheitssystem kapazitätsmäßig vertragen kann (das in den Niederlanden in den letzten Jahrzehnten versumpft worden ist). Wenn das eine Weile – keine Ahnung wie lange eine Weile dauert - gelingt, besteht die simple Hoffnung, dass es Medikamente und Impfstoffe gibt, sodass dann auch ohne anderthalb Meter immer noch keine Überlastungen des Gesundheitssystems eintreten.
In Unternehmen funktioniert es oftmals ähnlich. Diejenigen die zum Beispiel Digitalisierung abweisen, bzw. nicht Digitalisierung abweisen werden kurz- oder langfristig keine Zukunft haben. Manager, die nur auf Zahlen steuern und nicht auf Werte führen, haben auch keine Zukunft, das lernt die Zukunft. Shareholders Value als Einzelwert, das heißt wir sind da, um Geld zu verdienen, bietet kein Langfristfundament eines Unternehmens. Managers wissen, viele verhalten sich anders und produzieren ihren Spreadsheets und schauen weg.
Wenn es hinterher gut gelaufen ist, freuen wir uns und wir klopfen uns selbstherrlich auf die Brust. Wenn nicht, sagen wir: Schade, dumm gelaufen. Aber dumm ist, wenn wir nicht auch Alternativen und neue Kenntnisse einmal überdenken. Dumm ist, falls wir uns doch Alternativen überlegen, und auf gute Gründe dagegen entscheiden, wir diese Überlegungen und Gründe nicht kommunizieren.

Gesellschaft, Wirtschaft, basiert sich auf Basis Vertrauen. Niedriges Vertrauen ist der Basis jeder Krise, privat, in einer Ehe, politisch, gesellschaftlich und auch wirtschaftlich. Wenn der Lockdown tatsächlich zu einem „Meltdown“ führt, im schlimmsten Fall Misstrauen zerstört.
Es wäre doch unvorstellbar, wenn nachher die Verantwortlichen diese Verantwortung für das Scheitern des Mantra von sich schieben und sagen: „dumm gelaufen“?
Unsere Gesellschaft trudelt leider allzu oft in eine Art kurioses Gleichgewicht, in dem sich niemand eines Fehlers bezichtigen lassen muss. Wahre Verantwortung entscheidet aber nach bestem Wissen und Gewissen, nicht nur Mantras.
Es wäre besser, wir würden ein gesundes Urteil haben, welche Führungspersönlichkeiten heute nach bestem Wissen und Gewissen handeln, ohne sich um Wiederwahl oder Quartalsprofit zu sehr zu kümmern.

Wer im Dilemma nur debattieren, aber nicht entscheiden will, sieht weg. Wer bei dem Ringen um Entscheidungen immer nur seine Seite der Medaille zeigt, aus welchen Gründen auch immer, Parteibonzen, Ideenfixierte, Virologen, Ökonomen, Lobbyisten und Möchtegern-Krisengewinner sieht weg. Wer wegsieht, ist blind.

Entscheidend ist verfügbaren Alternativen in Erwägung zu ziehen. Wir müssen den Sinn unserer Fortschritte, aber auch Rückschritte einsehen, was wichtig ist und was unwichtig. Der Mensch ist ein soziales Tier, nicht ein eingesperrtes Tier. Ohne vertrauensvolle Beziehungen zu anderen werden wir sowieso nicht überleben.

Klaas Meekma

NB: Nehmen Sie sich mal ein wenig Zeit und bilden Sie sich selbst Ihre eigene Meinung:
https://academic.oup.com/aje/article/160/8/719/157487
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3322939/#R5
https://www.researchgate.net/publication/341270215_Infection_fatality_rate_of_SARS-CoV-2_infection_in_a_German_community_with_a_super-spreading_event
https://www.who.int/phi/DAY2_23_Grohmann_seasonality_tropics_PM_Dubai2014.pdf
https://www.latimes.com/world-nation/story/2020-03-29/coronavirus-choir-outbreak
https://www.physiciansweekly.com/sunlight-heat-and-humidity/
https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0057485
https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/nejmoa031349c
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S016041202031254X

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