Die Schnellen fressen die Langsamen

Die Schnellen fressen die Langsamen? Falsch! Denn, es ist keine Frage. Die Schnellen fressen die Langsamen! Tatsache ist, die Langsamen verschlafen die Entwicklungen, hinken zwangsläufig hinterher.

Wir sprechen immer vom Verschlafen von Entwicklungen. Dabei handelt es sich um das übersehene Überschreiten des Tipping Points. Eine Lawine, die erst erkannt wird, wenn die Lawine schon rollt. Die Folgen wirken aber mit zerstörerischer Kraft.

Wenn Sie mir sagen würden, es sind die als Disruption gekennzeichneten Entwicklungen nicht so zerstörend wie gedacht, gebe ich Ihnen sofort recht. Disruption ist ja eher eine sich langsam entwickelnden Veränderung, statt ein plötzlich auftretender Zerstörung. Das Internet hat Jahrzehnten gebraucht, bevor es disruptiv auswirkte.

Das wissen wir doch allen?

Aber es ist träges Wissen. Träges Wissen ist Wissen, das man „verstanden“ hat, aber nicht anwenden kann. Viele Leute haben Vokabeln gelernt, können aber im Ausland nicht ein Essen bestellen oder nach der Toilette fragen. Echtes Wissen ist eine Funktion mit den Großen Information, Erfahrung und Verhalten. Entscheidend dabei ist Verhalten, also tun.

So geht es mir bei Innovation. Seltsam. Dafür gibt es doch nun Tausende von Büchern, auch viele gute. „Das Neue und seine Feinde“ zum Beispiel , von Gunter Dueck, und „Wenn Unternehmensbeziehungen digitalisiert werden“, von einem gerade noch nicht so bekannten Autor.
Selbst dann, wenn es verschiedene Ansätze von Autoren gibt, lesen die Leute alles genau durch, verstehen es, aber sie tun es dann nicht. Die Lehrertypen schreiben von den „10 Fehler, die eine Innovation vermasseln“ und die Motivationsbegeisterten von den „7 Erfolgsfaktoren für Innovation“. Das mit den aus „Fehlern lernen“ lesen viele gerne, die Erfolgsfaktoren verstehen sie zwar – aber eben ohne jede Verwirklichungschance. Sie verstehen Plattform-Ökonomie als „Herzstück der digitalen Revolution“, den Wert von Daten als „Öl des heutigen Jahrhunderts“, die Wichtigkeit von Agilität bzw. das Unternehmen als „Öltanker oder Schnellboot“ und die Kompetenz, den Kunden im Mittelpunkt sehen zu können.

Aber umsetzen?

Sie glauben immerhin, sie könnten es umsetzen, wenn es dazu den richtigen Zeitpunkt ist, wenn der Markt aufnahmebereit ist, wenn das Tagesgeschäft es verlangt, wenn sie es brauchen. Oder, wenn sie Zeit und Geld hätten, dazu einen Innovationsprozess.

Ich fürchte, so geht es auch mit der Blockchain, die Technologie, welche die interorganisationalen Beziehungen digitalisieren wird. Die Technologie, welche die aus den 18. Jahrhunderts stammenden Vorgehensweisen, und die aus den 19. Jahrhunderts stammenden Unternehmensstrukturen grundlegend verändern wird. Nun, nach eine zuerst kritische Herangehensweise fangt jetzt gerade das Erkennen an. Sowie in der F.A.Z. Digitec-Podcast erkannt würde, dass Blockchain Technologie eine Chance für Deutschland bietet.

Hoffentlich versagen die Unternehmen dieses Mal nicht jämmerlich den Wendepunkt. Fokussiert man sich auf das richtige, statt in den bevorstehenden Krisenzeiten auf Prozessoptimierung und Kosteneinsparungen, eine Sisyphus-Arbeit: Die schon optimierte Prozesse werden ein wenig mehr optimiert. - Dies bedeutet nur das es ja noch nicht so optimal war. Aber das zur Seite. – Ich fürchte, sie meinen das Neue aussetzen zu können, die Unternehmen sind digitalisierungsmüde und transformationsmüde.

Das Neue und seine Tipping Points muss man erkennen, das ist doch klar, und bitte nicht verschlafen! Noch viel wichtiger wäre es, die Kunst zu beherrschen, welche zu erzeugen. Die Realität ist leider, man erforscht alles, lässt ein paar Prototypen laufen, freut sich deswegen über die eigene Ingenieurskunst und verfällt wieder in die „Optimierungsnabelschau", merkt nicht, dass man noch lange nichts gegen den Sisyphus-Effekt getan hat.

Ich fürchte, wir müssen auf dem unvermeidlichen Wendepunkt warten, der aber ohne Warnton und Alarmleuchte kommt. Droht uns bestenfalls ein Hinterherhinken.
Oder, vielleicht ist das Wissen um das Neue nur passiv in dem Sinne, dass wir es als Erfahrene und Gebildete schätzen können, aber niemals vermögen, es selbst umzusetzen. So gehören auch wir zu den Langsamen?

Klaas Meekma

 

 

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